Exkursion vom 18. November 2018

Die meisten der 19 Teilehmenden reisten an diesem ersten kalten Tag des Winterhalbjahres gemeinsam über Mittag von Zürich her an. Der erste und der dritte Teil der Veranstaltung fand im Freien statt.

 Zunächst ging es um die Geschichte, den Zweck der Greifvogelstation und um vogelschützerische Aktivitäten. Die Greifvogelstation hat ihren Ursprung 1956, als die Herrin des örtlichen Schlösschens begann, sich verletzter Vögel anzunehmen. Die verletzten Vögel werden behandelt, bis sie in der Freiheit wieder überlebensfähig sind. Meist braucht das nur eine Woche, es gibt aber auch Patienten, die bis zu einem Jahr auf der Station bleiben. Wichtig ist, dass die Tiere nicht an den Menschen gewöhnt werden; sie müssen unbedingt Wildtiere bleiben!

Über die Lebensweise der Greifvögel, welche sich in die drei Gruppen Habichtartige, Eulen und Falken einteilen lassen, wurden wir im zweiten Teil unterrichtet. Im grossen, gemütlichen Raum mit rundem Tisch, stehen dem Vortragenden ausgestopfte Modelle von fast allen hier vorkommenden Arten zur Verfügung, nur der Bartgeier fehlt. Dessen durch ihre Grösse eindrückliche Handschwingenfeder (70cm lang, Kieldurchmesser fast 1cm) ist aber vorhanden und wir konnten sie bestaunen. Schwerpunkt des Vortrags waren die grösseren Greifvögel, welche auch die meisten Patienten der Greifvogelstation ausmachen: Mäusebussard, Rot- und Schwarzmilan, Habicht und Sperber. An den Fängen dieser Vögel erkennt man, was welche Art fressen kann. Wenn die Krallen zu kurz oder zu schwach sind, um ein Tier zu erdolchen, gehört dieses sicher nicht zu den Beutetieren. Das räumt definitiv auf mit Märchen von Hasen fressenden Milanen. Die Eulen sind für deren Jagdleben in der Dämmerung angepasst. Die Pupille erfüllt das ganze grosse Auge. Die äusseren Ohren sind durch nach vorne gerichtete Federtrichter ersetzt. Die Federn der Flügel haben einen Wirbel verhindernden Saum, das ermöglicht einen lautlosen Flug auf der Jagd nach Beute.

Wieder im Freien sehen wir uns die Einrichtung der Patientenboxen an. Opake Scheiben verhindern, dass die Vögel die Menschen in der Nähe sehen und erschreckt werden. Manche Boxen tragen ein Messingschild mit dem Namen eines Paten oder einer Patin. Es stehen auch grössere Räume und je eine Halle für Eulen und tagaktive Vögel zur Verfügung. Manche Vogelarten können in der gleichen Halle gehalten werden. Eindrücklich zeigte uns Herr Lischke, der Leiter der Station, zum Schluss, dass der Rotmilan weder mit den Fängen noch mit dem Schnabel - einen Finger verletzen kann!

Text: Paul Beck, Fotos: Dorothee Häberling, Eva Ott, Verena Steinmann

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