Nach einem grauen Regentag klart das Wetter just an diesem Samstagmorgen auf. Dies und die Aussicht auf einen weiteren stimmungsvollen Naturspaziergang lockt 25 Interessierte zum Ausgangspunkt Frankental: Jüngere und ältere Hönggerinnen und Höngger, bekannte und neue Gesichter und sogar Morgenmuffel wie meine Schwester stehen erwartungsfroh um acht Uhr bereit.

Verena Steinmann begrüsst die Gruppe und Barbara Huber übernimmt die Leitung.

Die ersten „Oh“ gibt es auf dem Plätzli zwischen Limmattalstrasse und Bombachhalde, von wo ein wenig bekanntes Panorama über die Limmatauen überrascht. Von da tauchen wir nach ersten Informationen hinunter zur Hängebrücke, die zum Werdhölzli führt. Der Verkehrslärm bleibt hinter uns, eine ruhige Frühlingsstimmung empfängt uns an der Limmat. Nur Wasserrauschen und Vogelgezwitscher. Am Hauserkanal, der an dieser Stelle in die Limmat mündet, lebt der Eisvogel. Seit zehn Jahren brütet er hier wieder, dank künstlichen Uferabrissen, in die Grün Stadt Zürich Brutröhren eingelassen hat. Von der Ufervegetation aus lauert er kleinen Fischen auf. Störungsempfindlich wie er ist, zeigt sich der Eisvogel der Gruppe nicht. Aber Graureiher, Gänsesäger, Kormoran, Haubentaucher und Möwen – die anderen fischfressenden Vögel – beobachten wir an diesem Morgen in nächster Nähe. Dann – unerwartet, ausser Plan! – setzt sich ein Buntspecht laut ki-ki-kiekend vor uns in einen Strauch. Ein Männchen, die Gruppe erkennt ihn geübt am roten Nackenfleck.

Weiter gehts zum Werdhölzlisteg. Er wurde aus Holz gebaut. Dies, obwohl hier glaserfaserverstärkter Kunststoff ökologisch und technologisch die bessere Wahl gewesen wäre. Holz verfault im feuchten Klima schnell und muss regelmässig ersetzt werden. Weil der Mensch sich hier aber wohlfühlen soll und es optisch besser passt, setzte die Stadt von Anfang an auf Holz. Der Hauptteil wurde in Zürich geschlagen, so dass lange Transportwege wegfielen. Und es wurde eine einfache Konstruktion gewählt, was sich positiv auf die Kosten auswirkte. Von diesem Steg aus lassen wir uns berauschen vom Frühlingskonzert der Vogelstimmen. Da das Blätterdach noch licht ist, erfreuen Zaunkönig, Mönchsgrasmücke, Star und nochmals Mister Buntspecht auch das Auge, so dass wir erfüllt zum Tee marschieren, den uns Peter Manz beim Höngger Wehr zum Abschluss serviert.

Bericht: Barbara Huber

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