Naturspaziergang ¨Tierspurensuche¨ vom Samstag 05.01.2019

Der heutige Naturspaziergang führte uns in einen verschneiten Winterwald. Im dichten Schneegestöber stapften 40 dick eingemummte Personen, darunter eine Schar Kinder, in den märchenhaft anmutenden Wald. Stille empfing die Spazierenden. Kaum ein Piepsen, kaum ein Rascheln war zu vernehmen. Die Spurensuche gestaltete sich entsprechend schwierig, da die Hinterlassenschaften der Tiere, welcher Art auch immer, frisch eingeschneit wurden. Doch was hinterlassen die Bewohner des Waldes für Spuren? Und welche Tiere bewohnen den Hönggerwald? Dies und noch viel mehr wurde in diesem spannenden Naturspaziergang vermittelt.

So lernten wir, dass man neben Frasspuren, Geräuschen, Fussabdrücken, Kot und Harn auch weitere besondere Tierspuren finden kann. So beispielsweise das Geweih eines Rehbocks. Dieses wird jedes Jahr neu gebildet und zwischen Oktober und November abgeworfen. Diese Geweihe sind schwer zu finden, da diese gerne wegen dem reichen Mineraliengehalt von Mäusen und anderen Tieren gefressen werden. Etwas Besonderes ist es auch, wenn man auf die Wohnungen der Waldbewohner trifft. So war der Eingang einer Dachshöhle zu besichtigen, aber auch ein Kobel – das Haus des Eichhörnchens – oder eine Spechthöhle. 

Bevor eine Tierspur identifiziert werden kann, muss man zuerst etwas über die Ökologie der Tiere wissen, damit man überhaupt weiss, wonach man suchen muss. So erfuhr man einiges über die Rehe – wie sie schlafen, wo die Böcke den Bast abfegen, welche Frassspuren sie hinterlassen. Oder auch, wie wichtig ein Malbaum für die Wildschweine ist und wie die Keiler sich auftoupieren. Oder schauen Sie sich die Fichtenzapfen genauer an. An den Frassspuren ist zu erkennen, ob ein Fichtenkreuzschnabel, ein Eichhörnchen oder ein Buntspecht daran geknabbert hat. Und was hat es mit der Suhle auf sich? Wieso bauen sich Dachse währschafte Burgen? Der Natuspaziergang machte sichtlich Spass, alle wollten unbedingt eine Spur finden. Zwischendurch zeigten sich die Waldbewohner, wie um die Spurensuchenden anzuspornen. Emsig pickten Buchfinken die Bucheckern vom Boden auf. Fünf Rehe sprangen durch den stillen und weissen Wald. Ein Buntspecht rief sein „kick-kick“ und im Fichtenwäldchen vernahm man die hohe Stimme des Wintergoldhähnchens.

Langsam wurde es auch den hartgesottenen NaturspaziergängerInnen ein wenig kalt. So war der vom NVV Höngg gespendete warme Tee mehr als willkommen. Ein Guetzli stärkte noch zusätzlich. Zufrieden über die Entdeckungen und das mit grosser Kompetenz vermittelte Wissen, das sympathisch und mit Humor vorgetragen wurde, machten sich die eingemummten Personen und Kinder auf den Heimweg.

Auf den nächsten Naturspaziergang, wo wiederum viel erfahren werden kann, darf man sich schon jetzt freuen, er wird uns in den Vorfrühling führen.

Text: Denise Thoma, Fotos: Denise Thoma, Dorothee Häberling

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