Im Rahmen von Abenteuer StadtNatur konnte der Natur- und Vogelschutzverein Höngg über 30 Personen begrüssen, die sich botanischen Kenntnissen und Geheimnissen rund um die Wiesenwelt widmen wollten.

 

P1130471 kZuerst sammelten die von den Leitenden Sonja Hassold (Botanik Exkursionen), Adriano Spiccia, Brigitte Bänninger in drei Niveaugruppen aufgeteilten Interessierten, ein Exemplar (un)bekannter Wiesenpflanzen und ordneten sie auf einem Tuch ausgelegt nach Form oder Farbe. Darunter befanden sich die zur Familie der Korbblütler gehörende Löwenzahn, die gemeine Marguerite und die Wiesenflockenblume. Allen Korbblütlern gemeinsam sind die vielen kleinen Blüten, die, wie in einem Korb gesammelt, dicht auf dem gemeinsamen Blütenboden stehen.
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Die in häufig in Fettwiese von der Gruppe entdeckte Gundelrebe und der an mageren Standorten wachsende Wiesensalbei gehören zur Familie der Lippenblütler. Der Wiesensalbei besitzt einen raffinierten an der Oberlippe sitzenden und an Fluginsekten angepassten Bestäubungsmechanismus. Sobald sich ein Insekt auf die Unterlippe setzt, wo sich der weibliche Teil der Pflanze, der Fruchtknoten befindet, senken sich die Staubbeutel und sorgen dafür, dass das Insekt mit Pollen (=männliche Geschlechtszellen) übersäht, zur Narbe des nächsten Wiesensalbei flieget und sich nach der Befruchtung die nächste Generation, die Samen in der Blüte entwickeln können. P1130487 kP1130491 k

Wie die rosafarbene Vogelwicke mit den paarig gefiederten Blättern gehören auch alle Kleearten wie der Hopfenklee, der Wundklee, der Rotklee und der Weissklee zu den Schmetterlingsblütlern. Die Teilnehmer erfuhren, dass der Klee mit seinen Wurzeln in einer besondere Symbiose mit speziellen Bakterien, den Knöllchenbakterien, lebt. Diese nehmen Luftstickstoff auf und machen diesen für die Pflanze nutzbar, die ihn für die Proteinproduktion einsetzen und damit tierischen sowie menschlichen Vegetariern die nötige Proteinmenge liefern. Eine Win-Win Situation, denn die in den Kleewurzeln lebenden Bakterien nutzen den vom Klee produzierten Zucker.

Neben diesen spannenden Informationen erfuhr die Gruppe, dass der gelbe Hahnenfuss nicht gleich Hahnenfuss ist und dass auch die Unterseite einer Blüte für die Artbestimmung wichtig sein kann: Der knollige Hahnenfuss hat eine nach oben geklappte grünliche Blütenhülle auf der Unterseite, wohingegen der scharfe Hahnenfuss seine Blütenhülle enganliegend an die gelben Nektarblätter trägt.P1130492 k

Im Zuge der Exkursion wurden zudem Vertreter der Rötegewächse wie das weisse Labkraut, der Kreuzblütler wie der gelbe Raps, Vertreter der Geissblattgewächse wie violette Skabiose und die Witwenblume sowie Doldenblütler entdeckt und mit der Lupe bestimmt. Alles in allem ein sehr gelungener und informativer Anlass, der bei einem Gang durch die Wiese persönlich wiederholt werden kann.P1130478 k

Text Lydia Buholzer, Fotos Dorothee Häberling

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